Für Händler, Filialisten und Flächenbetreiber

Ihre Fläche ist ein Medium. Bauen Sie es richtig.

Screens am Eingang, im Gang und an der Kasse können Umsatz bringen – oder zum teuren Dauerärgernis werden. Dieser Ratgeber führt herstellerneutral durch Planung, Technik, Betrieb, Vermarktung und Messung.

Für wen

Für alle, die Kundenfrequenz haben

Lebensmittel- und Drogeriehandel

Viele Filialen, hohe Frequenz, Marken als natürliche Werbekunden. Die großen Ketten bauen bereits – der Mittelstand hat dieselben Chancen.

Fach- und Franchisehandel

Baumarkt, Elektronik, Mode, Optik, Apotheke: weniger Standorte, aber kaufbereite Kundschaft und starke Herstellermarken im Sortiment.

Center, Tankstellen, Verkehr

Shoppingcenter, Tankstellennetze und Bahnhofshandel verbinden Durchgangsfrequenz mit Kaufmomenten.

Ratgeber

In sechs Schritten zum eigenen Instore-Netz

Die Reihenfolge ist Absicht: Erst wenn Ziel und Flächen klar sind, lohnt die Technikfrage. Und erst wenn Betrieb und Messung stehen, lässt sich ein Netz verlässlich vermarkten.

01Ziel und Geschäftsmodell klären

Wofür sollen die Screens da sein – eigene Kommunikation, Werbeeinnahmen von Marken oder beides? Davon hängt alles Weitere ab: Platzierung, Technik, Personal, Vertrag.

  • Eigennutzung: Angebote, Wegeleitung, Service – der Nutzen ist Abverkauf und Kundenerlebnis.
  • Vermarktung: Marken buchen Werbezeit – der Nutzen ist Umsatz pro Screen, dafür brauchen Sie Reichweite, Messung und einen Verkaufsweg.
  • Mischform: der Normalfall. Legen Sie früh fest, wie viel Sendezeit für Werbung reserviert ist.
02Flächen und Touchpoints bewerten

Nicht jeder Platz ist ein Werbeplatz. Bewerten Sie jeden möglichen Standort nach Frequenz, Verweildauer und Nähe zur Kaufentscheidung.

  • Eingang: hohe Frequenz, kurze Blickdauer – gut für Reichweite und Markenbotschaften.
  • Gang, Regal, Gondelkopf: nah am Produkt – gut für Abverkaufskampagnen.
  • Kasse und Vorkassenzone: lange Wartezeit, hohe Aufmerksamkeit.
  • Schaufenster: wirkt nach außen in die Einkaufslage, oft eigenständig vermarktbar.
  • Zur Orientierung: Große Netze in Deutschland liegen bei etwa 1,5 bis 3,6 Screens je Standort (eigene Berechnung aus Betreiberangaben, siehe unten).
03Technik wählen – offen statt gefesselt

Hardware, Player, Software und Ad-Server bestimmen, wie frei Sie in fünf Jahren noch sind. Die wichtigste Frage steht oft im Kleingedruckten.

  • Läuft die Software auf Hardware, die Sie auch woanders kaufen können?
  • Was gehört Ihnen am Tag nach einer Kündigung noch – Player, Inhalte, Playlisten, Daten?
  • Können Sie Ihre Daten selbst exportieren, ohne Hilfe des Anbieters?
  • Unterstützt das System direkte Buchungen und programmatischen Einkauf gleichzeitig? Der BVDW nennt Player, CMS, Ad-Server, SSP und Datenplattform als Bausteine eines Instore-Netzes.
04Content und Betrieb organisieren

Ein schwarzer Bildschirm ist teurer als keiner. Planen Sie Betrieb und Verantwortlichkeiten, bevor der erste Screen hängt.

  • Inventar: Welcher Screen hängt wo, wem gehört er, welche Software läuft darauf?
  • Monitoring: Wer merkt, wenn ein Screen ausfällt – und wie schnell ist jemand vor Ort?
  • Content: Wer liefert, wer gibt frei, wer spielt aus? Eigene Inhalte und Werbung brauchen getrennte Freigaben.
  • Rollout: erst ein Standort, ein System, einige Wochen Betrieb – dann der Rest.
05Vermarkten – selbst, über Partner oder programmatisch

Werbetreibende buchen ungern einzeln bei vielen kleinen Netzen. Je kleiner Ihr Netz, desto wichtiger ist der Anschluss an einen Vermarkter oder an programmatische Plattformen.

  • Selbst vermarkten: volle Kontrolle, aber eigenes Sales-Team und Kundenbeziehungen zu Marken nötig.
  • Netzwerk-Vermarkter: bündeln Inventar mehrerer Händler und verkaufen es national, gegen Provision.
  • Programmatisch: Anschluss über eine SSP, damit Agenturen Ihre Screens über ihre DSP mitbuchen können.
  • Welche Netze und Vermarkter es bereits gibt, zeigt das Verzeichnis auf digitalretailmedia.de.
06Wirkung messen

Marken zahlen für nachweisbare Kontakte und Abverkauf. Ohne Messung bleibt Ihr Netz ein Kostenfaktor.

  • Mediawerte: Kontakte und Tausender-Kontakt-Preis (TKP/CPM) als gemeinsame Währung.
  • Abverkauf: Test- und Kontrollmärkte mit vergleichbarer Größe und Kundschaft, über mehrere Kampagnenzeiträume.
  • Datenschutz: Sensorik nur DSGVO-konform und anonym – klären Sie das mit Ihrem Datenschutzbeauftragten vor der Installation.
  • Der BVDW beschreibt dafür Verfahren wie Test-/Kontrollgruppen und Difference-in-Differences.

Checkliste

Vor der Unterschrift

Zwölf Punkte, die Sie klären sollten, bevor Sie Hardware bestellen oder einen Vertrag unterschreiben. Haken Sie ab, was erledigt ist.

0 von 12 erledigt

Aus der Praxis

Fünf typische Fehler

Seite 14 nicht gelesen

Proprietäre Player, die nur mit einer Software laufen, machen einen Anbieterwechsel teuer. Fragen Sie vor der Unterschrift, nicht danach.

Screens ohne Plan für Sendezeit

Wer erst nach der Installation über Werbung nachdenkt, hat oft die falschen Plätze und keine freie Sendezeit.

Alles auf einmal ausgerollt

Fehler im Pilot kosten einen Standort – im Rollout kosten sie alle. Und „die Bildschirme sind so oft schwarz“ spricht sich intern schnell herum.

Kein Messkonzept

Ohne Kontaktwerte und Abverkaufsnachweis bleibt der Preis pro Screen Verhandlungssache.

Zu klein, um gebucht zu werden

Ein Netz mit wenigen Standorten findet nur über Vermarkter oder programmatische Anbindung den Weg in nationale Kampagnen.

Benchmarks

Wie dicht große Netze bestückt sind

Betreiberangaben großer deutscher Instore-Netze. Die Spalte „Screens je Standort“ haben wir aus den veröffentlichten Werten berechnet; sie ist eine Orientierung, kein Zielwert.

NetzScreensStandorteScreens je StandortQuelle
Netto Marken-Discount7.000+nicht veröffentlicht–W&V, 02/2026
Retail Media Alliance (Edeka u. a.)5.000+3.300+≈ 1,5invidis, 03/2026
Kauflandca. 2.500ca. 700≈ 3,6invidis, 03/2026
Rossmann1.300+500+≈ 2,6retail-news, 01/2026

Alle Netze mit Platzierung, Buchungsweg und Messung finden Sie im Verzeichnis auf digitalretailmedia.de.

Womit Sie rechnen müssen

Pauschale Preise nennen wir bewusst nicht – sie hängen von Standortzahl, Bildschirmtyp und Betriebsmodell ab. Diese Kostenblöcke gehören in jede Kalkulation:

HardwareScreens, Player, Halterungen
InstallationMontage, Strom, Netzwerk je Standort
SoftwareCMS, Ad-Server, Lizenzen pro Screen
KonnektivitätInternet, Mobilfunk, Sicherheit
ContentErstellung und Anpassung der Inhalte
BetriebMonitoring, Wartung, Vor-Ort-Service
VermarktungEigener Vertrieb oder Provision
MessungSensorik, Datenanalyse, Reporting

Ersteinschätzung

Lohnt sich ein Netz auf Ihrer Fläche?

Beschreiben Sie kurz Ihre Situation. Wir melden uns mit einer unabhängigen Ersteinschätzung – in der Regel per Rückruf innerhalb von zwei Werktagen. Kostenlos und ohne Verpflichtung.

Wir verwenden Ihre Angaben nur zur Bearbeitung Ihrer Anfrage. Details in der Datenschutzerklärung.

Instore Retail Media ist ein Angebot von Retail Media Radar, dem unabhängigen Marktüberblick für Instore Retail Media und Digital Signage. Welche Netze es schon gibt, zeigt Digital Retail Media.

Zum Marktüberblick →